Home Baudokumentation
Baudokumentation

KIRCHE RIF/TAXACH & GEMEINDEZENTRUM - als Klimaschutz-Leuchtturmprojekt

Der Namenspatron der Kirche St. Albrecht in Rif geht auf den Vater der großen Gönnerin dieser Kirche, "Gräfin Clary und Aldringen", zurück. Die Geschichte der lebendigen Pfarrgemeinde aber reicht in lang vergangene Zeiten. Das Gebiet gehörte vorerst - mit Niederalm und Anif - zu Grödig. Niederalm wurde dann im Jahr 1949 eine eigene Pfarre und wir Rifer gehörten dazu, von 1970 bis 1996 bereits als Filialkirche.

Die stetige Zuwanderung junger Familien nach Rif-Taxach hat die Bevölkerungszahl in diesem Stadtteil von Hallein bereits auf knapp 3.800 anwachsen lassen. Davon sind ca. 75% Katholiken und diese werden durch Sr. Margaretha als Pfarrassistentin und Pfarrer Peter Röck aus dem Pfarrverband Anif-Niederalm-Rif betreut. Sie werden durch den Pfarrgemeinderat & Pfarrkirchenrat, sowie div. lebendige Gruppen, wie z.B. der Sozialausschuss und die Eltern-Kind-Gruppen, sehr aktiv unterstützt. Nach intensiven, mehrjährigen Vorbereitungen und Verhandlungen darf die Zusammenarbeit von Pfarre, Diözese, Stadtgemeinde sowie dem Verein Treffpunkt Rif zur Schaffung eines gemeinsam genutzten Zentrums als Meilenstein bezeichnet werden. Die Verbindung von sozialkulturellen und religiösen Interessen schafft Synergien, welche der gesamten Bevölkerung von Rif-Taxach zu Gute kommen und einen wesentlichen Beitrag zu einem sozial intakten Stadtteil leisten werden. Somit wird gerade in Zeiten der Energie- und Finanzkrise ein wichtiges Zeichen der Zuversicht und der gelebten Gemeinschaft gesetzt.

Mitte Juli 2011 fand der Baubeginn des neuen, zweistöckigen Gebäudes statt. Im UG befindet sich der Gemeindesaal mit 415 m² und im OG die Kirche mit 245 m². Es handelt sich um ein sehr innovatives Pilot-Projekt, bei dem seit Beginn der Planungen die Bewahrung der Schöpfung höchste Priorität eingeräumt, und dem Aspekt der Energieeffizienz und der Nachhaltigkeit große Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde. Auf dieser Weise wird ein Beitrag geleistet, damit nennenswerte Menge an CO2- Emissionen vermieden werden.

Es ist dem jungen Architekten-Team aus Innsbruck, Walter Klasz und Georg Kleeberger, mit einem Gebäude, das durch seine außergewöhnliche skulpturale Erscheinung überzeugt und neue Maßstäbe im Sakralbau setzt, ein visuell spektakulärer Entwurf gelungen. Den hohen Ansprüchen der Architektur folgten auch die Salzburger Haustechnikplaner FIN – Kuster Energielösungen und TECOM Engineering mit einem einzigartigen Energiekonzept.

Als eine optimale Lösung kann die Ergänzung der 15 kWp Photovoltaik-Anlage mit großen Batterien angesehen werden. Durch gezielte Eigenverbrauchs-Optimierung & die Backup-Anlage mit einem 19kWh-Batteriesatz dürfte der Eigenverbrauch bei 6 bis 8.000kWh/a liegen. Die Überschuss-einspeisung wird also nur bei 3 bis 5.000kWh/a liegen, Mit Hilfe dieser Back-up Batterien wird einerseits rd. 60% des PV-Stromes selbst genutzt und andererseits der entsprechende Bezug vom Stromlieferanten eingespart. Außerdem ist das Gebäude damit auch für kurzfristige Stromausfälle gewappnet.

Die 120 m² thermische Solaranlage in der Fassade erzeugen mehr Energie, als die sakrale Skulptur und das Gemeindezentrum selbst verbrauchen. Die entstehenden Überschüsse helfen im angrenzenden Pfarrzentrum, den Energieverbrauch auf ein Minimum zu senken. Zusätzlich wird dieses bestehende Pfarrzentrum energetisch saniert und auch die Haustechnikanlage zeitgemäßen Standards angepasst. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, durch höchste Energieeffizienz niedrigster Betriebskosten zu erreichen. Das aus hochwertigen Materialien hergestellte Gebäudekomplex wird somit in Bezug auf Design, Handwerk und Nachhaltigkeit neue Maßstäbe setzen und ist zum Großteil Energieautark!

Bei den Gemeinderäumen im Untergeschoss gibt es auch einen Schwerpunkt für eine kommunikative Atmosphäre. Ein großer, von drei Seiten licht durchfluteter Saal, der durch Schiebewände zu zwei Gruppenräumen getrennt werden kann, inkludiert auch eine Bühne mit Backstage-Bereich und Lagerräumen. Die Gemeinderäume öffnen sich nach Süden Richtung „Stadtraum Rif“, und werden somit direkt über einen neu geschaffenen Vorplatz von der Rifer Hauptstraße aus erschlossen.

Durch die sehr wohlwollende Honorarberechnung der Architekten, sowie durch den Einsatz von mittlerweile über 4000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden des sehr engagierten Bauausschusses, ist es gelungen, die Baukosten für dieses trotz seines hohen Anspruches „Low-Budget Projektes“ auf ca. 3,6 Mio. Euro zu begrenzen. Inklusive dem Bau des Gemeindezentrums und der energetischen Sanierung des Bestands-gebäudes, wohlgemerkt!

Von der Stadtgemeinde Hallein wurden als eine „Mietvorauszahlung“ für 25 Jahre € 1.450.000 beigetragen. Von der Erzdiözese Salzburg gibt es einen Direktzuschuss von ca. € 1.700.000, sowie Bundes - und Landesförderungen in der Höhe von ca. € 200.000. Die Finanzierung des Restbetrages von ca. € 250.000 wurde von der Pfarre durch Spenden von Stiftungen und im Rahmen einer ausgedehnten Bausteinaktion abgedeckt.

 

 
Eindrücke von der Kirchweihe am 8.12.2012

 

 
Weitere Beiträge...
«StartZurück12WeiterEnde»

Seite 1 von 2